Stell dir vor…
Stell dir vor, du wachst auf, öffnest dein Fenster und siehst, wie Florenz im Sonnenlicht zu glitzern beginnt. Dann gehst du gestärkt vom Frühstück hinüber zum Arbeitsplatz – dem auf der anderen Straßenseite liegenden Institut. Dort begegnen dir neben einem freundlichen, offenen Klima riesige hölzerne Bücherregale, die bis unter die Decke mit Büchern von 1897 bis heute gefüllt sind. Die Atmosphäre gleicht der aus dem Film „Die Schöne und das Biest“: Du siehst goldene Strahlen durch die Fenster scheinen und kannst durch die Leitern an den Regalen jedes noch so weit oben stehende Buch erreichen. Nach getaner Arbeit spazierst du durch die Gassen von Florenz und obwohl du dich unfassbar klein fühlst, ist es doch irgendwie gemütlich – denn die hohen pastellfarbenen Gebäude scheinen sich wie eine Wolldecke an deinen Körper zu schmiegen. Abends läufst du im Mondenschein zurück zur Klosterpension, deiner Unterkunft. Nach dem Sammeln der zahlreichen Eindrücke kannst du dich dort entspannt schlafen legen und am nächsten Morgen wieder genauso aufwachen wie am ersten Tag.
Das klingt doch wie aus einem Traum entsprungen, oder?

Im Oktober 2025 war das zwei Wochen lang unsere Realität. Im Rahmen der Auricher Wissenschaftstage haben wir, Maja Klünder und Leonie Reiter, ein Stipendium am Kunsthistorischen Institut in Florenz absolvieren dürfen. Bereits im März begann das Bewerbungsverfahren: Das Vorstellungsgespräch mit Frau Groen und Herrn Engelbart stand an. In der zweiten Runde richteten wir dann über Herrn Engelbart unsere Bewerbung an das Institut. Nachdem diese bestätigt wurde, ging es los: Flüge buchen, Koffer packen, Pläne machen.
Unsere Unterkunft war die dem Institut gegenüberliegende Klosterpension „Casa per Ferie Regina del Santo Rosario“, in welcher uns viel Herzlichkeit entgegengebracht wurde. Im KHI waren wir als Praktikantinnen der Abteilung vom Institutsdirektoren Professor Gerhard Wolf zugeteilt und arbeiteten unter der Leitung von Frau Eva Mußotter und Frau Clara Forcht. Tagtäglich waren wir von tausenden Büchern umgeben, sortierten diese und kümmerten uns sowohl um deren Ausleihe als auch um ihre Rückgabe. Die Arbeitszeit beinhaltete außerdem die Teilnahme an Diskussionen, Workshops und Seminaren, die das Institut anbot.

Einrichtung der Workshops
Durch individuell konfigurierbare Schichten bestand die Möglichkeit, einen großen Teil unserer Freizeit vielfältig zu gestalten. Dazu gehörte unter anderem das Auseinandersetzen mit den kulturellen Aspekten der Stadt. Aus diesem Grund gingen wir in verschiedenste Museen, wie zum Beispiel die „Uffizi Gallery“. Folglich wurde unser künstlerisches Wissen vertieft und wir durften einige bekannte Werke bestaunen, beispielsweise „Die Geburt der Venus“ und die Statue „David“.

Davidsstatue
Jedoch stach der Dom am meisten hervor. Vor allem fielen die vielen Pastellrosa- sowie Grüntöne beim täglichen Vorbeischlendern ins Auge. Doch auch die große Kuppel hinterließ einen langfristigen Eindruck.

Der Dom
Abschließend möchten wir uns beim Institut sowie bei Frau Eva Mußotter und Frau Clara Forcht bedanken, da sie uns wärmstens in das Team eingliederten und uns stets mit Herzlichkeit sowie Offenheit für Fragen entgegneten. Auch gilt unser Dank den Auricher Wissenschaftstagen, weil wir durch sie Erfahrung mit wissenschaftlicher Arbeit in einer Bibliothek sammeln und die Kultur – sei es architektonisch, bildnerisch oder sozial – kennenlernten durften.