Praktikum beim „Museum und Park Kalkriese“
Ein Bericht von Edward Leier und Torben Janssen
Am Montag, dem 07.07.2025, begann unser erster Tag als Praktikanten beim Museum und Park Kalkriese. Zuerst wurden wir mit den Räumlichkeiten des Instituts vertraut gemacht und den Mitarbeitern vorgestellt. Wir waren die erste Hälfte unseres Praktikums in der archäologischen Abteilung tätig und die zweite Hälfte in der Abteilung der Museumspädagogik. Das Institut ist für Ausgrabungen und Forschungen zu der Varusschlacht in der Osnabrücker Landschaft zuständig, die wahrscheinlich im Jahr 9 n. Chr. stattfand.

Unsere ersten beiden Tage bestanden hauptsächlich daraus, uns Wissen über Themen wie die römische Ausrüstung, die römische Militärstruktur, Marschlager, die Stationierung von Legionen und Münzfunde zu anzueignen. Dabei merkten wir, wie viel eine einzige gefundene Münze aussagen kann, zum Beispiel über die Herstellung und Nutzung von Münzen, die Struktur des römischen Währungssystems oder das Leben der Legionäre.

Am Mittwoch haben wir eine sechste Klasse bei einer „Mitmach“-Rundführung begleitet. Dabei wurden die Kinder in Römer und Germanen aufgeteilt und durch den Park geführt. Während sie durch den Park liefen, wurden die Kinder über die Ereignisse informiert, die sie anschließend nachgespielen konnten. So haben die „Germanen“ zum Beispiel den Überfall auf die „Römer“ nacherlebt.

Im Laufe der ersten Woche begleiteten wir auch einen Archäologen beim Sondengehen. Er war seit dem Anfang der Woche auf einem Feld aktiv und hoffte, mehrere antike Münzen zu finden, da dort bereits einige entdeckt worden waren. Leider hatte er keinen Erfolg. Auch in unserer Begleitung fand er nichts außer Müll. Trotzdem haben wir durch die Gespräche mit ihm viel Neues über die praktische Arbeit eines Archäologen und den Hintergrund von Funden gelernt.
Des Weiteren wurde uns auch die große Münzsammlung im Museum gezeigt und vorgestellt, welche Arbeit Archäologen zur Archivierung der Funde bewältigen müssen. Außerdem zeigte man uns echte Tonscherben von antiken Vasen, von denen wir einige anschließend mit Unterstützung der Mitarbeiter in einer großen Liste kategorisiert haben.
In der zweiten Woche beschäftigten wir uns mit der Museumspädagogik. Ein Teil unserer Aufgabe war es, sich um die Präparate in der Sonderausstellung zu kümmern und zu überprüfen, ob irgendwo etwas fehlte oder nicht richtig platziert war. Des Weiteren nahmen wir an verschiedenen Führungen teil und unterstützten die Gästeführer. Das Museum legt großen Wert darauf, dass die Kinder auch durch Aktivitäten lernen. So konnten sie zum Beispiel die Schlacht, nachdem ihnen die Zusammenhänge erklärt worden waren, in einem Stopmotion-Film mithilfe von Playmobilfiguren festhalten. Zusätzlich konnten sie sich als Römer und Germanen verkleiden, um in echt zu erleben, wie es sich anfühlt, sich in dieser Kleidung zu bewegen.

Im Jahr 2018 wurde auf dem Gelände des Parks ein nahezu vollständig erhaltener römischer Schienenpanzer aus der augusteischen Zeit gefunden. Bei ihm handelt es sich um den ältesten bislang entdeckten Panzer dieser Art. Um die Typologie eines solchen Schienenpanzers besser zu verstehen, mussten wir Replikationen davon vom Rost säubern. Das Museum ließ nämlich für Kinder und Erwachsene eigene Schienenpanzer anfertigen, die genau nach dem Vorbild der Panzer aus der damaligen Zeit gebaut sind und, da sie aus Eisen bestehen, schnell rosten.

Zur Unterstützung der Gästeführer wurden wir beim sogenannten „Grabungscamp“ eingeetzt. Dabei handelt es sich um ein Gebäude auf dem Gelände des Parks, in dem die Arbeit eines Archäologen vereinfacht dargestellt und simuliert wird. In verschiedenen „Sandkästen“ im Boden konnten versteckte Funde entdeckt und ausgegraben werden. An unserem vorletzten Tag fand außerhalb des Gebäudes eine Veranstaltung statt. Dabei konnten die Besucher den Bau einer germanischen Hauswand aus Lehm nachahmen. Außerdem konnten sie aus Lehm Würfel und Ziegel formen und diese mit ihrem eigenen Namen verzieren.
Damit war unsere Zeit als Praktikanten in Kalkriese auch schon vorbei und wir kehrten wieder nach Aurich zurück.

Wir bedanken uns herzlich bei den Organisatoren der Auricher Wissenschaftstage und den Mitarbeitern der Varusschlacht im Osnabrücker Land gGmbH – Museum und Park Kalkriese. Die Zeit, die wir dort verbringen durften, war sehr spannend und hat uns viele neue Einblicke in die Arbeit von Archäologen und Museumsmitarbeitern gegeben.