Das Geheimnis im Honigglas

Schüler untersuchen Inhaltsstoffe von Honig

Vor der Verbreitung von Raffinadezucker in der Mitte des 19. Jahrhunderts war Honig das süßeste Lebensmittel, das die Menschen kannten. Doch anders als Nutella, Gummibärchen und Schokolade gilt Honig als gesundes Lebensmittel, wobei bestimmt Honige sogar als Superfood gehandelt werden.

Dass dem Honig eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird, liegt daran, dass er neben den Hauptzuckerarten Glucose und Fructose zahlreiche weitere Bestandteile enthält, wie zum Beispiel wichtige Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe.

Mit den Inhaltstoffen von Honig beschäftigten sich 35 Schülerinnen und Schüler aus insgesamt sechs Schulimkereien aus ganz Ostfriesland auf einem Projekttag, zu dem das Gymnasium Ulricianum in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Imker Weser-Ems eingeladen hatte.

Unter der fachkundigen Anleitung unseres Referenten Dr. Michael Hardt (Obmann für Jugendarbeit beim Deutschen Imkerbund) untersuchten die Jungimker in den Biologie- und Chemieräumen des Gymnasiums die Inhaltsstoffe des Honigs.

Unter dem Mikroskop lässt sich über die im Honigsediment enthaltenen Pollen nachweisen, welche Blüten die Bienen angeflogen haben, um den Nektar zu sammeln, aus dem sie den Honig erzeugt haben. In heimischen Frühtrachthonigen häufig anzutreffen sind etwa Weiden-, Raps- und Apfel bzw. Birnenpollen.

In einem weiteren Experiment weisen die Schüler mit Hilfe der Fehling-Probe nach, dass der untersuchte Honig Glucose und Fructose (sogenannte reduzierende Zucker) enthält und nicht etwa mit Zuckersirup (Einfachzucker) gestreckt ist.

Dass echter Honig Enzyme enthält, fanden die jungen Imker heraus, indem sie in einem Reagenzglas Honig in mit Stärke versetztem Wasser auflösten. Mit Hilfe von Lugol‘scher Lösung ließ sich die Enzymtätigkeit des Honigs nachweisen. Wichtig für den Verbraucher: Honig niemals über 40 Grad Celsius erhitzen, sonst werden die wertvollen Enzyme abgetötet.

Nach weiteren wissenschaftlichen Experimenten zum Wassergehalt, zur elektrischen Leitfähigkeit sowie zum pH-Wert unterschiedlicher Honige durfte eine Honigverkostung nicht fehlen. Neben den in Ostfriesland weit verbreiteten Raps-, und Blütenhonigen hatten die Teilnehmer Gelegenheit, einige Exoten wie Strandaster-, Heide- und Tannenhonig zu probieren. Wie bei einer Weinprobe wurden die Aromen fachmännisch mit treffenden Adjektiven beschrieben. So war man sich etwa einig, dass ein Lindenhonig „kräftig, im Nachgang medizinisch mentholartig“ schmecke.

Für die ostfriesischen Jungimker stand eines fest: Am besten schmecken immer noch der heimische Raps- und Frühtrachthonig – eher „fruchtig und mild“!

Unser besonderer Dank gilt unserem Schulleiter Herrn Rüdiger Musolf, der Sammlungsleiterin Frau Susanne Robben und der Kollegin Frau Lena Eilers, ohne deren tatkräftige Unterstützung der vielseitige Projekttag nicht möglich gewesen wäre.

Verfasser: Manuel Becker

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