„Zwei frische Schülerköpfe“: Portalpflege
Zu den besonderen Kostbarkeiten unseres Schulgebäudes gehört zweifellos das Portal des Altbaus von 1908. Es dürfte in der weiteren Region eines der prächtigsten Schulportale sein.
Jetzt wurde es an mehreren Stellen, an denen es durch Streusalz und andere ungünstige Einflüsse im Laufe der letzten Jahrzehnte beschädigt worden war, von Fachleuten aus Nordrhein-Westfalen restauriert. Dabei konnte man bewundern, was handwerklich gut ausgebildete Steinmetze zu leisten vermögen.
Vor einigen Wochen waren die schadhaften Bereiche entfernt und nun durch originalgetreue Elemente ersetzt. Das Ergebnis ist so vorzüglich gelungen, dass man (abgesehen von den witterungsbedingten Verfärbungen des alten Steins) Original von Nachbildung nicht unterscheiden kann.
Vielen Dank unserem Schulträger, dem Landkreis Aurich, und der Fachfirma und ihren Mitarbeitern!
Für diejenigen, die noch etwas mehr zum Hauptportal des Ulricianums lesen möchten, hier ein Auszug aus der Festschrift, die anlässlich der Einweihung des damaligen Neubaus (also unseres jetzigen „Altbaus“) im Jahre 1908 erschienen ist. Der Verfasser war der damals zuständige Regierungsbaumeister:
„(…) Die dem Hauptportal vorgelagerte Freitreppe (…) (ist) aus Harzer Granit hergestellt. (…) Besonderen Wert hat die Bauleitung auf die Ausbildung des Hauptportals gelegt, das in feinstem Maulbronner Sandstein ausgeführt und in reichster Weise mit Bildhauerarbeit bedeckt ist, die in zahlreichen Sinnbildern auf seinen Zweck als Schulportal hinweist, und dessen Hauptzierden der Kopf der Pallas-Athene und zwei frische Schülerköpfe bilden. Für das pflanzliche Ornament hat hier wie auch am übrigen Bau (…) die Stranddistel als eigenartigste Pflanze der Nordseeküste ausgiebige Verwendung gefunden. (…)“
(aus: E. von Steinwehr: Der Neubau des Ulricianums zu Aurich. Geschichte und Beschreibung. In: Königliches Gymnasium zu Aurich (Ulricianum). Festschrift zu der am 2. Juli 1908 stattfindenden Einweihung des neuen Schulgebäudes an der Gartenstraße. S. 37 ff. (o. Hrsg.) Aurich 1908 (A.H.F. Dunkmann) )
Text und Fotos: Rüdiger Musolf
Veröffentlichung: Anastasia Geuken
