Analoge Freuden.


Vom Gartenfest der Kurse DE503, de504 und re501

„Ein schöner und geselliger Abend mit musikalischer Begleitung, die von den Ärzten bis hin zu Adele reichte und für viel Freude sorgte.“ (Marie Claaßen)

„Der gestrige Abend war für meine Wenigkeit ein immersives Erlebnis. Die Gemeinschaft im Sitzkreis, die Lieder und die entspannte Atmosphäre erzeugten ein temporäres Refugium vom Alltag, wo für einen Moment der Stress und die Sorgen verschwanden. Ein wahrhaftig schöner Abend.“  (Matin Hussein)

Zwischen Starkregen, stürmischen Tagen, einiger Kälte und der angekündigten Superhitze mit extremer Gewitterneigung erwischten wir am Donnerstag, 18.6., den einen, den perfekten Abend für ein paar gemeinsame Stunden im Garten mit Grillen und Stockbrot, einem üppigen Buffet, Instrumenten und Gesang sowie auch einer überaus klugen Festrede von Finn und Ocka. 

Die Kurse DE502, de504 und re501 versammelten sich in munterer Runde in der Lehrerin Garten und hatten einen wunderbar schönen Abend kurz vor dem Unterrichtsende, denn bald kommen Sportfest, Projektwoche und der Schuljahresabschluss in der Arena. Als Gäste waren Finn und Nelde willkommen, ebenso Renato aus Mexiko, und wir erlebten, was möglich ist, wo Menschen unter Menschen sind. 

Merken wir uns das – jetzt, wo die Kräfte zur Neige gehen und die lange Sommerpause ebenso nah wie nötig ist.

Merken wir uns das, wie gut wir es miteinander haben können, wenn mal die Bildschirme in den Taschen bleiben (oder nur als Textfeld zum Mitsingen dienen), wenn wir uns treffen, ganz analog, live und in Farbe, zusammen essen und singen, Feuer machen, aufbauen und aufräumen, plaudern und diskutieren. Immer wird der Hund gestreichelt, und immer macht es alles viel Spaß. 

Freuen wir uns auf ein neues Schuljahr unseres Lebens! Und auf einen tollen Sommer. 
Es ist so schön, dass es euch gibt, Kinder, und dass ihr die seid, die ihr seid!
 

(Christine Korte)

FESTREDE VON OCKA STRÖMER UND FINN KRAMER:

„Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“ – Mahatma Gandhi

Liebe Gäste und hallo Frau Korte,

dieses Zitat von Mahatma Gandhi passt sehr gut zu unserem heutigen Motto: das analoge Zusammensein. Wir leben in einer Zeit, in der alles immer schneller wird. Nachrichten erreichen uns innerhalb von Sekunden, Videos werden in wenigen Minuten millionenfach angesehen und neue Trends entstehen beinahe täglich. Unser Alltag wird von Smartphones, sozialen Medien und mittlerweile auch von künstlicher Intelligenz geprägt. Viele von uns tragen ständig ein Gerät mit sich herum, das uns mit der ganzen Welt verbindet, uns scheinbar alles wissen lässt. Doch während wir immer stärker digital vernetzt sind, stellt sich eine wichtige Frage: Sind wir dadurch auch wirklich näher zusammengerückt?
Wenn man sich umschaut, sieht man oft Menschen, die zwar nebeneinander sitzen, aber auf ihre Bildschirme schauen. In Cafés, in der Bahn oder sogar bei gemeinsamen Treffen liegt das Handy oft direkt neben uns. Benachrichtigungen unterbrechen Gespräche, und manchmal schenken wir einem Bildschirm mehr Aufmerksamkeit als den Menschen um uns herum. Genau deshalb ist das analoge Zusammensein heute wichtiger denn je. Analoges Zusammensein bedeutet, Zeit miteinander zu verbringen, ohne dass ein Bildschirm im Mittelpunkt steht. Es bedeutet, miteinander zu reden, gemeinsam zu lachen, Musik zu machen, Spiele zu spielen, gemeinsam Sport zu machen oder einfach nur beisammenzusitzen. Es bedeutet, den Moment bewusst wahrzunehmen und sich auf die Menschen zu konzentrieren, die gerade da sind. Viele der schönsten Erinnerungen entstehen genau in solchen Momenten.
Wenn wir später einmal auf unsere Schulzeit zurückblicken, werden wir uns vermutlich nicht daran erinnern, welches Video wir an einem Dienstagabend gesehen haben oder welcher Beitrag gerade besonders viele Likes hatte. Wir werden uns an gemeinsame Ausflüge erinnern, an Klassenfahrten, an lustige Gespräche in den Pausen, an Sommerabende mit Freunden und vielleicht auch an Veranstaltungen wie dieses Grillvergnügen.

Warum ist das so? Weil echte Begegnungen etwas bieten, das digitale Kommunikation nicht ersetzen kann. Wenn wir uns persönlich treffen, erleben wir viel mehr als nur Worte. Wir sehen Gesichtsausdrücke, hören die Stimme unseres Gegenübers und spüren die Stimmung eines Gesprächs. Wir können spontan reagieren, gemeinsam lachen und Erinnerungen schaffen, die uns oft noch Jahre später begleiten. Natürlich wäre es falsch zu behaupten, dass Handys, soziale Medien oder das Internet nur Nachteile haben. Sie ermöglichen es uns, mit Menschen in Kontakt zu bleiben, die weit entfernt wohnen. Sie geben uns Zugang zu Wissen und Informationen, die früher nur schwer erreichbar waren. Viele Freundschaften werden auch durch digitale Kommunikation gepflegt. Doch gleichzeitig sehen wir, dass die digitale Welt immer mehr Zeit in Anspruch nimmt. Soziale Medien sind darauf ausgelegt, unsere Aufmerksamkeit möglichst lange festzuhalten. Ein Video führt zum nächsten, ein Beitrag zum nächsten. Oft greifen wir aus Gewohnheit zum Handy, ohne einen bestimmten Grund zu haben.

Manchmal merken wir gar nicht, wie viel Zeit vergeht. Dabei geht oft etwas verloren: die Aufmerksamkeit für den Moment. Wie oft sitzen Menschen gemeinsam an einem Tisch und schauen trotzdem auf ihre Handys? Wie oft werden Gespräche unterbrochen, weil eine neue Nachricht erscheint? Und wie oft verpassen wir kleine Augenblicke, weil wir damit beschäftigt sind, sie zu fotografieren oder zu filmen? Auch die Entwicklung von künstlicher Intelligenz verändert unseren Alltag zunehmend. KI kann Fragen beantworten, Texte schreiben, Bilder erstellen und viele Aufgaben übernehmen. Sie wird in Zukunft wahrscheinlich noch mehr Bereiche unseres Lebens beeinflussen und zurückdrängen. Das kann hilfreich sein. Aber es zeigt uns auch, wie wichtig die Dinge sind, die Technologie niemals vollständig ersetzen kann. Denn keine KI kann echte Freundschaft schaffen. Keine KI kann mit uns auf einer Kursfahrt sitzen und gemeinsam Erinnerungen sammeln. Keine KI kann das Gefühl ersetzen, mit Freunden zusammenzusitzen und stundenlang zu reden. Menschliche Nähe, Gemeinschaft und echte Begegnungen entstehen nur zwischen echten Menschen. Gerade deshalb sollten wir darauf achten, dass das analoge Zusammensein auch in Zukunft einen festen Platz in unserem Leben behält. Nicht, weil wir technische Entwicklungen ablehnen sollten, sondern weil wir lernen müssen, bewusst mit ihnen umzugehen. Technik sollte ein Werkzeug sein, das unser Leben bereichert. Sie sollte aber nicht bestimmen, wie wir unsere gesamte Zeit verbringen. Vielleicht bedeutet das manchmal, das Handy bewusst wegzulegen. Vielleicht bedeutet es, sich Zeit für Freunde und Familie zu nehmen, ohne ständig auf Benachrichtigungen zu schauen. Vielleicht bedeutet es auch, einen Abend einfach so zu genießen, ohne alles festhalten oder teilen zu müssen. Genau dafür steht dieses Grillvergnügen. Heute kommen wir zusammen, um Zeit miteinander zu verbringen. Wir machen Musik, führen Gespräche, lachen gemeinsam und genießen diesen Abend. Wir erleben Gemeinschaft nicht durch einen Bildschirm, sondern direkt und persönlich. Und vielleicht ist genau das etwas Besonderes.
In einer Welt, die immer digitaler wird, erinnern uns solche Momente daran, wie wertvoll echte Begegnungen sind. Lasst uns deshalb das analoge Zusammensein bewahren. Denn am Ende sind es nicht die Stunden vor dem Bildschirm, die unser Leben besonders machen. Es sind die Menschen, denen wir begegnen, die Gespräche, die wir führen, und die Erinnerungen, die wir gemeinsam schaffen. In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen wunderschönen Abend, viele gute Gespräche, viel Freude und vor allem eine schöne gemeinsame Zeit.

Vielen Dank!

(Ocka Strömer und Finn Kramer)

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