Am 15.09.2026, dem hundertsten Todestag des Literaturnobelpreisträgers und ehemaligen Ulricianers Rudolf Eucken, fand in der historischen Aula des Ulricianums ein Festakt statt.

Nach einleitenden Begrüßungsworten durch den Schulleiter Rüdiger Musolf hat Fabian Robben einen kleinen Einblick in das Schülerprojekt „Eucken und KI“, das in der Projektwoche Ende letzten Schuljahres stattgefunden hat, gegeben. Außerdem wurden Gründe für das Vergessen und neue Möglichkeiten des Erinnerns an den Auricher Nobelpreisträger thematisiert.

Der in der Projektwoche angelegte Eucken-KI-Avatar konnte nach dem Vortragsteil auch praktisch ausprobiert werden („Frag den Eucken“), was vielfach genutzt wurde und von der Projektteilnehmerin Nathalie Schoon (Jg. 13) begleitet wurde.

Den Hauptvortrag hielt Dr. Uwe Dathe von der Thüringern Universitäts- und Landesbibliothek Jena, der als der Eucken-Spezialist gelten darf, mit dem Titel: „Wie der Vater, so der Sohn: Rudolf Euckens Philosophie und Walter Euckens Konzept der Sozialen Marktwirtschaft“.

Hierbei zeigte Uwe Dathe eindrucksvoll, wie die Philosophie Rudolf Euckens angesichts der NS-Diktatur durch seinen Sohn Walter Eucken fortgeführt wurde und im Rahmen des Ordoliberalismus in dem Konzept der Sozialen Marktwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg mündete. Nach einer Phase des eher funktionalen Staats- und Wirtschaftsverständnisses ergänzte Walter Eucken seinen Funktionsbegriff um den Aspekt der Menschenwürde und nahm hierbei Bezug zur Philosophie seines Vaters. Die Schrecken der NS-Ideologie und -Herrschaft, die der Vater Rudolf Eucken nicht mehr erleben musste, führten den Sohn zur Erkenntnis, dass ein rein funktionalistisches Verständnis vom Menschen nicht ausreicht, sondern einer moralisch-ethischen Grundlage bedarf. Dies ist eine Frage, der sich sein Vater Rudolf Eucken sehr lange und in vielen Texten gewidmet hat.

Neben diesem sehr reichhaltigen und eindrucksvollen Vortrag von Uwe Dathe konnten die Gäste auch die Resultate der künstlerischen Auseinandersetzung (organisiert von Jelda Poppen und Katharina Britz) bewundern.

Kerstin Niemeyer hat mithilfe des ehemaligen Ulricianers Jens Aden eine Ausstellung verschiedenster Fotografien, Buchausgaben und Texte zusammengestellt, in der die persönliche Widmung Rudolf Euckens an seine ehemalige Schule nicht fehlen darf.

Melanie Eilers und Joachim Pothmann haben zusammen mit Schülerinnen das Projekt „Wo der Geist wandert, da wächst die Zukunft…“ präsentiert, das das Pilgern mit der Philosophie Euckens verbindet.
An diesem Abend ist nochmals vielgestaltig und beeindruckend bestätigt worden, dass der Auricher Nobelpreisträger nicht vergessen ist und sich eine Auseinandersetzung mit seiner Person und seinem Werk lohnt.
Text: Fabian Robben

Unser herzlicher Dank gilt Herrn Dr. Dathe, Herrn Jens Aden sowie den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Eucken des Ulricianums und allen beteiligten Schülern. Die Ergebnisse ihres leidenschaftlichen Engagements haben uns einen interessanten und anregenden Abend beschert.
Für die finanzielle Unterstützung danken wir dem Verein ehemaliger Ulricianer!

Bis zum Ende dieser Woche können in der Vorhalle der Aula bzw. im Treppenhaus direkt unterhalb der Aula die Bücher- und Bilderausstellung mit Exponaten über und von Rudolf Eucken, ein Auszug aus dem in der Projektwoche entstandenen Projekt „Eucken und KI“ sowie eine im Kunstunterricht angefertigte Collage zu einem Porträt Euckens besucht werden. Und damit die Produkte der Gedenkfeier auch in Zukunft noch genossen werden können, arbeiten wir im Homepage-Team an einer „Eucken-Seite“ auf der schuleigenen Homepage.
Hier werden wir schon bald die Beiträge zur der gestrigen Gedenkfeier in Wort und Bild veröffentlichen.

